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Audiofrequenzen und 3-Band-EQ: Was Bass, Mitten und Höhen wirklich verändern

Wo Bass, Mitten und Höhen in Hertz liegen, was jeder Bereich mit einer Stimme oder einem Song macht und wie du einen 3-Band-Equalizer ohne Raten einstellst.

Von Yunus S. Veröffentlicht am Aktualisiert am

Der Bass reicht ungefähr von 20 bis 250 Hz, die Mitten von 250 Hz bis 4 kHz und die Höhen von 4 bis 20 kHz. Der Bass gibt Wärme und Gewicht, die Mitten tragen die Stimme und die meisten Instrumente, und die Höhen bringen Klarheit und Luft. Mit einem 3-Band-EQ kannst du jeden Bereich anheben oder absenken; meist genügen kleine Schritte von 1 bis 3 dB.

Kurz gesagt

Die Kurzfassung:

  • Bass: 20–250 Hz. Wärme und Gewicht; zu viel klingt dröhnend.
  • Mitten: 250 Hz–4 kHz. Stimmen und die meisten Instrumente; zu viel klingt kistig oder nasal.
  • Höhen: 4–20 kHz. Klarheit und Luft; zu viel klingt scharf.
  • Erst absenken, dann anheben, und Änderungen bei 1–3 dB halten.
  • Vergleiche vor der Entscheidung mit dem Original bei gleicher Lautstärke.

Welche Frequenzbereiche haben Bass, Mitten und Höhen?

Schall ist Schwingung, und die Frequenz gibt an, wie oft etwas pro Sekunde schwingt, gemessen in Hertz (Hz). Langsame Schwingungen hören wir als tiefe Töne, schnelle als hohe. Der hörbare Bereich wird üblicherweise in drei Bänder geteilt:

  • Bass (Tiefen): 20 Hz bis 250 Hz
  • Mitten: 250 Hz bis 4.000 Hz (4 kHz)
  • Höhen: 4 kHz bis 20 kHz

Die Grenzen sind Konventionen, keine Gesetze: Jedes Mischpult und jede App zieht sie etwas anders. Wichtig ist, was jeder Bereich mit dem Klang macht, und genau das zeigt die Tabelle weiter unten.

Equalizer-Bereich eines Mischpults mit Reglern für Bass, Mitten und Höhen
Ein 3-Band-EQ teilt den Klang in Bass, Mitten und Höhen, jeweils mit eigenem Regler.

Wie wir Frequenzen hören

Ein junges, gesundes Ohr hört ungefähr von 20 Hz bis 20.000 Hz, und die obere Grenze sinkt mit dem Alter. Das Gehör ist nicht im ganzen Bereich gleich empfindlich: Am besten hören wir zwischen etwa 2 und 5 kHz, wo die Konsonanten der Sprache liegen, und für tiefen Bass braucht es viel mehr Pegel, um gleich laut zu wirken. Mit den Hörtests der School of Physics der UNSW Sydney kannst du das an deinen eigenen Ohren prüfen.

Das hat zwei praktische Folgen. Eine Anhebung um 2 dB bei 3 kHz fällt viel stärker auf als dieselbe Anhebung bei 80 Hz, also geh in den oberen Mitten behutsam vor. Und was du hörst, hängt von der Abhörlautstärke ab: Leise scheinen Bass und Höhen zu verschwinden, darum beurteile deinen EQ bei normaler Lautstärke.

Person, die Audio über Kopfhörer hört
Unsere Ohren sind in den oberen Mitten am empfindlichsten; kleine Änderungen dort klingen größer, als sie aussehen.

Audio-Frequenztabelle

Mit dieser Tabelle gibst du dem, was du hörst, einen Namen. Wenn etwas falsch klingt, suchst du die passende Beschreibung und weißt, wo du ansetzen musst.

Bereich Frequenzen Was dort liegt Zu viel klingt…
Subbass 20–60 Hz Eher gefühlt als gehört: die tiefsten Töne von Bass und Bassdrum Grollend; verbraucht Headroom
Bass 60–250 Hz Wärme und Gewicht von Stimmen, Bass und Schlagzeug Dröhnend, matschig
Tiefe Mitten 250–500 Hz Der Körper von Stimmen und Instrumenten Kistig, wie ein Pappkarton
Mitten 500 Hz–2 kHz Der Kern von Sprache und den meisten Melodien Nasal, wie ein Telefon
Obere Mitten 2–4 kHz Konsonanten und der Anschlag von Instrumenten Scharf, anstrengend
Präsenz 4–6 kHz Klarheit und Definition; S- und T-Laute Spitz, zischend
Brillanz und Luft 6–20 kHz Glanz von Becken, Atem und Raum Rauschend, spröde

So stellst du einen 3-Band-EQ ein

Ein 3-Band-EQ gibt dir je einen Regler für Bass, Mitten und Höhen. In unserem 3-Band-EQ hat jedes Band zusätzlich einen Frequenzregler, damit du es dorthin schieben kannst, wo das Problem liegt: Bass zwischen 40 und 500 Hz, Mitten zwischen 200 Hz und 5 kHz und Höhen zwischen 2 und 16 kHz. Starte die Vorschau und ändere immer nur ein Band.

Bass: Wärme oder Matsch

Der Bass gibt einer Stimme Autorität und der Musik Gewicht. Dröhnt eine Stimme, etwa wenn du sehr nah am Mikrofon bist, senke den Bass um 2 bis 3 dB. Klingt Musik dünn, reicht meist eine Anhebung um 1 bis 2 dB. Hebe den Bass einer Sprachaufnahme besser nicht an: Damit verstärkst du vor allem Grollen und Brummen.

Mitten: Körper oder Kistigkeit

Die Mitten tragen, was eine Stimme sagt. Bei kistigem Klang stellst du die Mittenfrequenz auf etwa 300 Hz und senkst um 2 bis 3 dB ab. Bei nasalem, telefonartigem Klang schiebst du sie auf etwa 1 kHz und senkst um 1 bis 2 dB ab. Geht eine Stimme unter der Musik verloren, senke die Mitten der Musik ab, statt die Stimme anzuheben.

Höhen: Klarheit oder Schärfe

Die Höhen lassen eine Aufnahme offen und klar klingen. Klingt das Audio dumpf, wie unter einer Decke, hebe die Höhen um 2 bis 3 dB an. Werden S-Laute spitz, schneide nicht alle Höhen weg: Ein De-Esser, etwa der im Noise-Gate & De-Esser, senkt nur die scharfen Momente ab.

Absenken oder anheben?

Wenn etwas falsch klingt, suche zuerst, wovon es zu viel gibt, und senke das ab. Absenken hält den Pegel unter Kontrolle und klingt selten künstlich; Anheben erhöht den Gesamtpegel und kann die Spitzen ins Clipping treiben. Lauter klingt außerdem oft „besser“, was das Ohr täuscht: Senke nach einer Anhebung die Gesamtlautstärke auf das Niveau des Originals, bevor du vergleichst.

EQ-Startwerte für typische Probleme

Diese Einstellungen gelten für einen 3-Band-EQ. Fang hier an und stelle nach Gehör nach.

Problem Bass Mitten Höhen
Dröhnende Stimme -2 bis -3 dB 0 dB 0 dB
Kistige Stimme 0 dB -2 bis -3 dB bei 300 Hz 0 dB
Dumpfe Stimme 0 dB 0 dB +2 bis +3 dB
Scharfe, dünne Stimme +1 dB -1 bis -2 dB bei 3 kHz -1 dB
Musik fehlt der Punch +2 dB 0 dB +1 dB
Musik verdeckt die Stimme (EQ auf der Musik) 0 dB -2 bis -4 dB bei 2 kHz 0 dB
Podcast-Mikrofon, bereit für eine Sprachaufnahme
Bei einer Stimme hilft es meist mehr, Überflüssiges abzusenken, als Fehlendes anzuheben.

Was ein EQ nicht reparieren kann

Ein EQ verändert die Balance dessen, was aufgenommen wurde; er kann nichts Fehlendes hinzufügen und keine überlagerten Klänge trennen. Verzerrung durch Clipping, Raumhall und Rauschen unter einer Stimme bleiben. Dafür lies, wie du Clipping vermeidest und wie du Hintergrundgeräusche entfernst; einen kompletten Workflow für Stimmen findest du unter So klingt deine Stimme professionell.

Trainiere dein Gehör

Die Tabelle zu kennen ist das eine; 300 Hz oder 3 kHz beim Hören zu erkennen, braucht Übung. Das Gehörtraining hebt in rosa Rauschen oder in deiner eigenen Musik ein Frequenzband an oder senkt es ab und fragt dich, welches sich verändert hat. Ein paar Minuten am Tag machen EQ-Entscheidungen viel schneller. Der Guide zum Gehörtraining erklärt, wie du übst.

Probiere den 3-Band-EQ aus

Öffne eine Aufnahme, starte die Vorschau und höre, was jedes Band bewirkt.

3-Band-EQ öffnen

Kostenlos, ohne Anmeldung, und deine Dateien verlassen nie dein Gerät.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Hz sind Bass, Mitten und Höhen?

Der Bass reicht ungefähr von 20 bis 250 Hz, die Mitten von 250 Hz bis 4 kHz und die Höhen von 4 bis 20 kHz. Die genauen Grenzen unterscheiden sich je nach Gerät und App ein wenig.

Wie behebe ich eine dumpfe oder matschige Stimme mit dem EQ?

Matsch liegt meist zwischen 200 und 400 Hz. Senke dort um 2 bis 3 dB ab, und wenn die Stimme dann noch dumpf klingt, hebe die Höhen um 2 bis 3 dB an. Stelle bei einem 3-Band-EQ die Mittenfrequenz für die Absenkung auf etwa 300 Hz.

Ist es besser, mit dem EQ abzusenken oder anzuheben?

Erst absenken. Überflüssiges wegzunehmen hält den Pegel unter Kontrolle und klingt natürlich. Hebe nur in kleinen Schritten an und vergleiche mit dem Original bei gleicher Lautstärke.