Ein linearer Fade ändert den Pegel in jedem Moment um denselben Betrag; ein logarithmischer Fade ändert ihn in jedem Moment um dieselbe Anzahl Dezibel. Bei langen Fade-ins und Fade-outs klingt eine logarithmische oder S-förmige Kurve weich, während ein lineares Fade-out lange laut zu bleiben und am Ende plötzlich abzufallen scheint. Für sehr kurze Fades, die Knackser entfernen, ist linear die richtige Wahl, und bei Crossfades zwischen zwei verschiedenen Tracks hält eine Equal-Power-Kurve die Lautheit konstant.
Kurz zusammengefasst
Die Kurzfassung:
- Linear: gleichmäßige Pegeländerung; am besten für Fades von wenigen Hundertstelsekunden.
- Logarithmisch: gleichmäßige Änderung in Dezibel; klingt bei langen Fades gleichmäßig.
- S-Kurve: sanfter Anfang und sanftes Ende; eine sichere Allround-Wahl für Musik.
- Crossfade zwischen zwei verschiedenen Tracks: Equal Power, um ein Loch in der Mitte zu vermeiden.
- Crossfade zwischen zwei Takes derselben Aufnahme: linear (Equal Gain), um einen Buckel zu vermeiden.
Warum die Form eines Fades wichtig ist
Ein Fade ist eine allmähliche Lautstärkeänderung, und die Kurve beschreibt, wie sich diese Änderung über die Zeit verteilt. Kurven klingen unterschiedlich, weil wir Pegel nicht in gleichen Beträgen hören, sondern in Verhältnissen. Deshalb werden Audiopegel in Dezibel gemessen, und wie die School of Physics der UNSW Sydney erklärt , wird eine Änderung von etwa 10 dB als Verdopplung oder Halbierung der Lautheit gehört, unabhängig vom Ausgangspegel.
Nimm ein Fade-out von 10 Sekunden. Bei einer linearen Kurve liegt der Pegel nach 5 Sekunden noch bei der Hälfte, und der halbe Pegel sind nur 6 dB weniger, was das Ohr als etwas leiser wahrnimmt. Erst in der letzten Sekunde erreicht der Pegel -20 dB, wo die Musik wirklich entfernt klingt. Das Ergebnis: Der Track scheint fast mit voller Lautstärke weiterzulaufen und dann zu verschwinden. Eine Kurve, die gleichmäßig in Dezibel fällt, verteilt die Änderung über den ganzen Fade.
Die wichtigsten Fade-Kurven
Linear
Der Gain verläuft als gerade Linie zwischen Stille und vollem Pegel. Bei langen Fades klingt das aus dem genannten Grund ungleichmäßig: Ein Fade-in scheint schnell da zu sein und sich dann kaum noch zu ändern, ein Fade-out scheint abrupt zu enden. Über wenige Hundertstelsekunden kann das Ohr der Form gar nicht folgen, und eine gerade Linie ist der sauberste Weg, eine Wellenform auf null zu führen.
Logarithmisch
Der Pegel ändert sich jede Sekunde um dieselbe Anzahl Dezibel. Für das Ohr steigt oder fällt die Lautheit mit konstantem Tempo. Das macht diese Kurve zur natürlichen Wahl für ein langes Fade-out am Ende eines Songs oder ein langsames Einblenden von Hintergrundmusik. Schnittprogramme benennen diese Kurven unterschiedlich; manche nennen dieselbe Form exponentiell. Im Zweifel hör hin: Richtig ist die Kurve, bei der die Änderung gleichmäßig klingt.
S-Kurve
Eine S-Kurve beginnt langsam, ändert sich in der Mitte am schnellsten und läuft sanft aus. Sie vermeidet sowohl einen abrupten Anfang als auch ein abruptes Ende und ist damit ein verlässlicher Standard für Musik, wenn du über die Wahl nicht nachdenken möchtest.
Welche Kurve für welche Aufgabe?
| Situation | Kurve | Übliche Länge |
|---|---|---|
| Knacken an einem Schnitt entfernen | Linear | 0,01–0,05 s |
| Anfang oder Ende eines Sprachsegments | Linear oder S-Kurve | 0,5–1 s |
| Song, der mit einem Fade-out endet | Logarithmisch oder S-Kurve | 3–10 s |
| Hintergrundmusik, die unter einer Stimme einblendet | Logarithmisch | 2–5 s |
| Crossfade zwischen zwei verschiedenen Songs | Equal Power | 2–6 s |
| Crossfade zwischen zwei Takes derselben Aufnahme | Linear (Equal Gain) | 0,01–0,1 s |
Crossfades: Equal Gain oder Equal Power
Ein Crossfade spielt das Ende eines Clips und den Anfang des nächsten gleichzeitig ab: Der eine blendet aus, während der andere einblendet. Dabei werden zwei Kurven addiert, und entscheidend ist ihre Summe.
Equal Gain (linear)
Bei zwei linearen Fades liegen beide Clips in der Mitte bei halbem Pegel, und die beiden Gains ergeben zusammen immer 1. Enthalten die Clips dasselbe Material, etwa zwei Takes einer Aufnahme, die an einem Schnitt verbunden werden, addieren sich ihre Wellenformen exakt und der Pegel bleibt konstant. Sind es verschiedene Songs, decken sich ihre Wellenformen nicht, die gemeinsame Leistung liegt in der Mitte etwa 3 dB niedriger, und du hörst ein Loch.
Equal Power
Ein Equal-Power-Crossfade nutzt Kurven in Form einer Viertel-Sinuswelle. Jeder Clip liegt in der Mitte bei etwa 71 Prozent (-3 dB), und die gemeinsame Leistung bleibt konstant. Bei zwei Musikstücken ohne Bezug zueinander klingt das völlig gleichmäßig. Bei identischem Material würde es das Gegenteil bewirken und einen Buckel von 3 dB erzeugen. Anders als oft behauptet ist Equal Power keine logarithmische Kurve, sondern eine eigene Form, die für das Addieren zweier Signale entworfen wurde.
So wendest du diese Kurven an
Alle drei Fälle lassen sich im Browser erledigen.
Schritt 1: Eine einzelne Datei ein- oder ausblenden
Öffne die Aufnahme im Audio-Fade-Tool, gib die Länge von Fade-in und Fade-out ein und wähle Linear, Logarithmisch oder S-Kurve. Die Anhören-Buttons spielen jeden Fade ab, sodass du die Kurven nach Gehör vergleichen kannst.
Schritt 2: Crossfade zwischen Dateien
Füge deine Dateien im Audio-Joiner & Mixer hinzu, wähle zwischen ihnen „Weicher Fade“ und stelle die Länge ein. Er nutzt eine Equal-Power-Kurve, die zu Übergängen zwischen verschiedenen Songs passt. Bei Sprachsegmenten bleibst du bei „Kein Übergang“.
Schritt 3: Einen Abschnitt ohne Knacken entfernen
Wenn du mit dem Audio-Trimmer einen Teil aus einer Aufnahme herausschneidest, werden die beiden Seiten mit einem linearen Crossfade von 10 Millisekunden verbunden, der richtigen Kurve für identisches Material.
Probiere die Kurven selbst aus
Öffne einen Song im Audio-Fade-Tool und wechsle beim selben Fade-out zwischen den drei Kurven.
Audio-Fade-Tool öffnenKostenlos, ohne Anmeldung, und deine Dateien verlassen dein Gerät nie.